Dr. Herwig Högner (Doc) - vocals & guitars, sax, flute, harp

In meiner Familie wurde viel musiziert. Mein Vater spielte Geige und Gitarre, meine beiden älteren Schwestern recht gut Klavier und bei verschiedensten Anlässen wurde gemeinsam gesungen und musiziert. So war es selbstverständlich, dass ich im zarten Alter von 7 Jahren zum Klavierunterricht durch unsere altbewährte Hauslehrerin verdonnert wurde. Es dauerte ca.3 Jahre, bis ich sie endgültig zur Weissglut gebracht hatte und sie den von mir ungeliebten Unterricht gezwungenermaßen aufgab ( heute bedaure ich das sehr). Anschließend erhielt ich im Alter von 10 Jahren Geigenunterricht im Gymnasium Gunzenhausen , ebenfalls von einer gestrengen älteren Dame. Dieses Instrument (und vor allem die Etüden) sprach mich damals noch weniger an als das Klavier und nach 2 wenig ergiebigen Jahren beendete ich das Drama durch einen bösartig herbeigeführten Halsbruch des väterlichen Instrumentes (was ich heute ebenfalls sehr bedaure – nicht nur wegen der bezogenen Tracht Prügel). In der Zwischenzeit (1962) ereignete sich nämlich ein musikalischer Urknall, der mein ganzes weiteres Leben entscheidend beeinflussen sollte: Die BEATLES und die STONES erschienen auf der Bildfläche und ich bekam die Wandergitarre meines Vaters in die Finger. Seitdem liess mich die geliebte Gitarre nicht mehr los und ich wuchs auf mit Beat-, Soul-, Blues-, Rock-, Country-, Funk- und Jazzmusik. Meine erste Band war 1963 die Schülerband des Gymnasiums unter Leitung des Musiklehrers und Schlagzeugers Walter Remshagen. Wir spielten Shadows, Beatles, Elvis, Peter Kraus und was es damals eben so gab. Der nächste Schritt war die Gründung der „Poor Beats“, erfolgreich als Hausband des Cafe Holderied in Gunzenhausen und bei vielerlei Veranstaltungen in der näheren Umgebung. 1966 gewannen wir den ersten Preis als beste Pfadfinderband Deutschlands auf dem Forchheimer Bundeslager (Siegesprämie war eine Framus E-Gitarre) und fanden Erwähnung in der Tagesschau. 1969 Auflösung der “Poor Beats“ (elterliche Anordnung wegen des bevorstehenden Abiturjahres- der ich mich jedoch trickreich widersetzte) 1969 kurzes Intermezzo mit dem Cream-Trio „Felix Krull“ Anschließend Einstieg in die Tanzband „The Birds“ mit den Flähmig-Brüdern (Peter wurde später Klarinettist bei den Münchner Philharmonikern), mit der wir rund um den Hesselberg stonesmäßig in jeder Hinsicht die Sau rausliessen. Es folgte auf Betreiben von Drummer Hasi Oertel die Weiterführung der überregional erfolgreichen „SHARKS“ mit Toni Völker ( später Professor für Komposition in Darmstadt). Mit der zu dieser Zeit sehr soulig orientierten Band hatten wir viel Spaß, hauptsächlich in den Ami-Clubs im weiten Umkreis. Durch meinen studienbedingten Umzug nach Erlangen antwortete ich im November 1970 auf ein Inserat in den Nürnberger Nachrichten, in dem eine Erlanger Band einen neuen Gitarristen suchte. Ich stieg daraufhin in die vielgebuchte Tanzband „Delicados“ ein und fand in Keyboarder Reinhardt Seubert einen musikalisch Gleichgesinnten und darüber hinaus einen Kumpel fürs Leben. Wir spielen seit Januar 1971 in verschiedenen Formationen ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag mit Freude und Spaß zusammen.(!!!). In dieser Periode begann auch meine Beschäftigung mit Querflöte und Saxophon, die ich bis heute als Nebeninstrumente einsetze. In meiner Erlanger Zeit kam ich zunehmend mit Jazz in Berührung und spielte unter anderem in der Free-Jazz-Gruppe „Dieter Bihlmeier Selection“ mit dem Bassisten Wolfgang Lauer im Umfeld des Erlanger Musikinstituts. Aus der Tanzband Delicados wurde zwischenzeitlich die Dorfrock-Band „Musictrain“ (1975 Plattenaufnahme mit Paul Djuritschek und Hans „Sponi“ Sponseil) mit härterer Gangart und Auftritten in den angesagten Sälen. 1978 gründeten wir zusammen mit Paul Djuritschek und Evi Saur (später erste Ansagerin im Franken-Fernsehen, dann als Sängerin gefolgt von Sonja Weller) die Gala-Band “Paul Morgan Sextett“. Diese Showband existierte 10 Jahre und trat bei den renommiertesten Veranstaltungen in Nordbayern und weit darüber hinaus auf ( z.B. mit James Last, Hugo Strasser, Udo Jürgens, Ambros Seelos etc.). In dieser Zeit fanden auch immer wieder Rundfunkaufnahmen im Studio Nürnberg des Bayerischen Rundfunks teilweise mit eigenen Songs statt. 1988 stand uns wieder der Sinn nach Veränderung und wir gründeten die Cover-Rockband „Route 66“. Diese echt starke Band mit den Gründungsmitgliedern Shep Riedel(dr), Reinhardt Seubert (key) und mir als Gitarristen spielte seitdem mit diversen Bassisten und seit 2010 mit Roland Höft (g) und Nobby Meidel (b) in einer neuen, vielversprechenden Formation. 1984 wurde auch die 60er-Jahre Kultband „The Sharks“ mit Frontmann Bernd Wecera reaktiviert. Seitdem freue ich mich als Leadgitarrist über unsere nostalgischen Open-Air-Gigs hauptsächlich im Fränkischen Seenland. Darüber hinaus geniesse ich zwischendurch höchst relaxte Auftritte mit Bernd Wecera im Duo oder mit seiner Fürther Formation „Bluesoul“. 2006 kam ich durch die Freundschaft mit dem brasilianischen Gitarristen Pery dos Santos (der leider viel zu früh verstarb) zu höchst authentischen Lehrstunden über die faszinierende südamerikanische Gitarrenmusik. Die Gitarre begeistert und fordert mich nach wie vor mit ihren phantastischen, unerschöpflichen Möglichkeiten. Ich bin offen für alle musikalischen Einflüsse aus verschiedensten Richtungen, im Grunde meines Herzens bin ich jedoch Rock’n Roller geblieben.

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